The Lost Year 2020?

Habe ich das Jahr verloren? Habe ich in diesem Jahr was gewonnen oder bekommen?

„Im Rahmen eines dokumentarischen Kunstprojektes namens „The Lost Year“ wird eine New Yorker Studentin in einem Videochat gefilmt.“ Dieser Bericht in einer Zeitung hat mich zur Headline meines neuen Blogs gebracht. So begann sich das Gedankenkarussel zu drehen. 

War es ein verlorenes Jahr? Was hab ich verloren? Was hab ich bekommen bzw. vielleicht sogar gewonnen? Ich mache zwei Listen. Wow – bei „Was hab ich verloren?“ fällt mir wenig ein. Was mich anfangs überrascht. Es war ja schließlich das Jahr 2020 – das Jahr mit Corona. Ich muss bei der Liste aushelfen – mit eigentlich was Positivem: Die Angst vor dem Ungewissen. Ja, die wurde echt nach und nach weniger. Was habe ich noch verloren? Viele persönliche Begegnungen – ja die habe ich wirklich verloren. Ich bin es gewohnt in Räumen mit Personen an Ideen zu arbeiten, und das oft mehrere Tage. Das war zumindest im Frühjahr und seit Herbst nicht möglich – da hieß es umdenken. Da habe ich tatsächlich, im Vergleich zu einem „normalen“ Jahr, was verloren.

„Was hab ich bekommen/gewonnen?“, so titelt es über der zweiten Liste. Da fällt mir auf Anhieb viel mehr ein: Ruhe, Zuversicht, Flexibilität, Erfahrungen, Fähigkeiten, Auszeiten, Zufriedenheit, digitale Kompetenz und unternehmerisch gesehen auch richtig viele Aufträge. „Unglaublich und beeindruckend“, denke ich mir, wenn ich auf die Liste schaue. In so einem Jahr, mit so vielen unpackbaren Ereignissen, so viel zu „bekommen“. Da rutscht mir gleich ein leises und vor allem demütiges „Danke“ über die Lippen. Und das alles, obwohl ich allein vorm Laptop sitze. Der nächste Gedanke ist dann natürlich: „Ist dir das passiert, oder hast du was dafür getan?“. Ich habe jedenfalls nicht wild um mich geschlagen und unüberlegte Schritte gemacht. Ich bin mit einer neugierigen, anpassungsfähigen und mutigen Herangehensweise in die neue Situation gegangen. „Unglaublich“, denke ich mir schon wieder und mir fällt auf, dass diese Sammlung deutlich intensiver ausfällt als die Erste. 

Während ich diese Zeilen schreibe läuft der Klassiker „Ausgeliefert“ von Hansi Dujmic in der Spotifiy Playlist. Da frage ich mich: „Waren wir dem Jahr ausgeliefert?“. Ja klar, waren wir das. Wir konnten nicht zurück nach 2019, wir konnten nicht vor in die Zukunft. Aber Doc Brown hat ja im Film „Zurück in die Zukunft“ schon gesagt: „Deine Zukunft ist immer das, was du d‘raus machst!“.  Und die oben beschriebene Haltung hat aus meiner unmittelbaren Zukunft doch einiges gemacht. Meine „Heuer das erste Mal im Leben erlebt“-Liste ist so lange wie noch in keinem Jahr geworden:

  • Das erste Mal Mund-Nasen-Schutz getragen – wie so viele.
  • Das erste Mal Camping-Urlaub mit Auto und Zelt.
  • Ich war heuer 3 Mal (!!!!) weitwandern.
  • Ich bin das erste Mal an einem Tag 44 Kilometer gewandert.
  • Das erste Mal hab ich eine intensive Fastenwoche gemacht.
  • Das erste Mal in meinem Leben fahre ich ein nigelnagelneues Auto.
  • Mein Bart wächst das erste Mal länger als 3 Wochen.
  • Das erste Mal 6 Wochen am Stück mit der ganzen Familie an einem Ort.
  • Ich hab jetzt einen externen Coachingraum – zusätzlich zum Büro.
  • Ich hab jetzt meine eigene Live-Sendung auf Facebook – wirklich.wirksam.werkstatt
  • Ich hab die Masterclass “The Art of Coaching “absolviert.
  • … und die Masterclass “The Art of Creating”.
  • Ich hab das erste Mal Online-Video-Konferenzen moderiert und technisch gehostet.
  • Ich hab das erste Mal Anfragen abgesagt, die ich „nicht mehr“ machen wollte.
  • Ich wurde gemeinsam mit meinen KollegInnen Gastgeber eines Online-Live-Formates auf Facebook.
  • Das erste Mal das Format „Ein Abend“ mit Andrea Kromoser durchgeführt.
  • Die größte Rechnung in der Firmengeschichte geschrieben. Gleich mehrfach.
  • Noch einiges mehr im privaten Leben, was auf dieser Liste nicht stehen muss – sorry 😉

Somit komme ich zu meinem Schluss: 2020 – Ein intensives und gewinnbringendes Jahr.

Mario Pramberger

Unternehmenshandwerk